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'''Comic''' ist der gängige Begriff für die Darstellung eines Vorgangs oder einer Geschichte in einer Folge von Bildern. In der Regel sind die Bilder gezeichnet und werden mit Text kombiniert. Das Medium Comic vereint Aspekte von Literatur und bildender Kunst, wobei der Comic eine eigenständige Kunstform und ein entsprechendes Forschungsfeld bildet. Gemeinsamkeiten gibt es auch mit dem Film. Als genre-neutraler Begriff wird auch ?sequenzielle Kunst? verwendet, während regionale Ausprägungen des Comics teils mit eigenen Begriffen wie Manga oder Manhwa bezeichnet werden.

Comic-typische Merkmale und Techniken, die aber nicht zwangsläufig verwendet sein müssen, sind Sprechblasen und Denkblasen, Panels und Onomatopoesien. Diese finden auch in anderen Medien Verwendung, insbesondere dann, wenn Text und die Abfolge von Bildern kombiniert sind wie in Bilderbuch und illustrierter Geschichte, in Karikaturen oder Cartoons. Die Abgrenzung zu diesen eng verwandten Künsten ist unscharf.

Definition

In den 1990er Jahren etablierte sich eine Definition von Comic als eigenständiger : ''Im Comic vereint ? Eine Geschichte der Bildgeschichte''. insel taschenbuch, Frankfurt am Main und Leipzig, 2000. S. 12?14.</ref><ref name="richtig lesen4">Scott McCloud: ''Comics richtig lesen''. Kap. 4.</ref>

Frühere Definitionen des Comics bezogen sich unter anderem auf formale Aspekte wie Fortsetzung als kurze Bilderstreifen oder Erscheinen in Heftform, eine gerahmte Bildreihung und der Gebrauch von Sprechblasen. Daneben wurden inhaltliche Kriterien herangezogen, so ein gleichbleibendes und nicht alterndes Personeninventar oder die Ausrichtung auf eine junge Zielgruppe, oder die Gestaltung in Stil und Technik.<ref name="definitioncomicsforschung" />

Illustrationen, Karikaturen oder Cartoons können auch Comics oder Teil eines solchen sein. Die Abgrenzung, insbesondere bei Einzelbildern, bleibt unscharf. Beim Bilderbuch und illustrierten Geschichten dagegen haben, anders als beim Comic, die Bilder nur eine unterstützende Rolle in der Vermittlung des Handlungsgeschehens. Der Übergang ist jedoch auch hier fließend.

Etymologie und Begriffsgeschichte

Der Begriff ''Comic'' stammt aus dem Englischen, wo es als Adjektiv allgemein ?komisch?, ?lustig?, ?drollig? bedeutet. Im 18. Jahrhundert bezeichnete ?Comic Print? Witzzeichnungen und trat damit erstmals im Bereich der heutigen Bedeutung auf. Im 19. Jahrhundert wurde das Adjektiv als Namensbestandteil für Zeitschriften gebräuchlich, die Bildwitze, Bildergeschichte und Texte beinhalteten. Mit dem 20. Jahrhundert kam der Begriff ?Comic-Strip? für die in Zeitungen erscheinenden, kurzen Bildgeschichten auf, die in Streifen (engl. ''strip'') angeordneten Bildern erzählen. In den folgenden Jahrzehnten dehnte sich die Bedeutung des Wortes auch auf die neu entstandenen Formen des Comics aus und löste sich vollständig von der Bedeutung des Adjektivs ?comic?.<ref name="definitioncomicsforschung" /><ref name="grunewald2" /> Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Begriff auch nach Europa und trat in Deutschland zunächst in Konkurrenz zu ?Bildgeschichte?, welche qualitativ höherwertige deutsche Comic-Werke von lizenzierten ausländischen Comics abgrenzen sollte. Schließlich setzte sich ?Comic? auch im deutschen Sprachraum durch.<ref name="grunewald2" />

Comicstrips prägten durch ihre Form auch den französischen Begriff ?Bande dessinée? und den chinesischen ?Lien-Huan Hua? (Ketten-Bilder). Das häufig verwendete Mittel der Sprechblase führte im Italienischen zur Bezeichnung ''Fumetti'' (?Rauchwölkchen?) für Comics.<ref name="grunewald2" /> In Japan wird ?Manga? (, ?spontanes Bild?) verwendet, das ursprünglich skizzenhafte Holzschnitte bezeichnete.

Geschichte

Die Ursprünge des Comics liegen in der und japanische Tuschemalereien dar.<ref name="richtig lesen1" />

In Amerika wurden ebenso früh Erzählungen in sequenziellen Bildfolgen wiedergegeben. Ein Beispiel dieser Kunst wurde 1519 von .

Nach der Erfindung des Buchdrucks in Europa fanden Drucke von Märtyrergeschichten in der Bevölkerung weite Verbreitung. Später wurden die Zeichnungen feiner und der Text wurde, wie bei den verbreiteten Drucken, wieder weggelassen. So bei William Hogarth, der unter anderem ''A Harlot?s Progress'' schuf. Diese Geschichten bestanden aus wenigen Bildern, die in Galerien in einer Reihe aufgehängt waren und später gemeinsam als Kupferstich verkauft wurden. Die Bilder waren detailreich und die Inhalte der Geschichten sozialkritisch.<ref name="richtig lesen1" /> Auch Friedrich Schiller schuf mit ''Avanturen des neuen Telemachs''

Besonders in britischen Witz- und Karikaturblättern wie dem ''Punch'' fanden sich ab Ende des 18. Jahrhunderts viele Formen des Comics, meist kurz und auf Humor ausgerichtet. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff ''Comic''.<ref name="Platthaus3" /> Als Vater des modernen Comics bezeichnet McCloud Rodolphe Töpffer. Er verwendete Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals Panelrahmen und stilisierte, cartoonhafte Zeichnungen und kombinierte Text und Bild. Die Geschichten hatten einen heiteren, satirischen Charakter und wurden auch von Johann Wolfgang Goethe bemerkt mit den Worten ''Wenn er künftig einen weniger frivolen Gegenstand wählte und sich noch ein bisschen mehr zusammennähme, so würde er Dinge machen, die über alle Begriffe wären''.<ref name="richtig lesen1" /> Auch die im 19. Jahrhundert populären Bilderbögen enthielten oft Comics, darunter die Bildgeschichten Wilhelm Buschs.

In den USA wurden im späten 19. Jahrhundert kurze gelten als die ersten professionellen japanischen Zeichner, die in Japan Comicstrips anstatt der bis dahin bereits verbreiteten Karikaturen schufen.

In Europa entwickelte sich in Frankreich und Belgien eine andere Form von Comics, das Comicheft, in dem längere Geschichten in Fortsetzung abgedruckt wurden. Ein bedeutender Vertreter war Hergé, der 1929 ''Tim und Struppi'' schuf und den Stil der Ligne claire begründete. Auch in Amerika wurden bald längere Geschichten in Beilagen der Sonntagszeitungen veröffentlicht. Hal Fosters ''Tarzan'' machte diese Veröffentlichungsart populär. 1937 folgte ''Prinz Eisenherz'', bei dem erstmals seit langem wieder auf die Integration von Texten und Sprechblasen verzichtet wurde. Ähnlich entwickelten sich unter anderem die Figuren Walt Disneys von Gagstrips zu längeren Abenteuergeschichten. Dies geschah bei Micky Maus in den 1930er Jahren durch Floyd Gottfredson, bei Donald Duck in den 1940er Jahren durch Carl Barks. Nach der Erfindung von Superman durch Jerry Siegel und Joe Shuster 1938 brach in den USA ein Superhelden?boom aus. Dieser konzentrierte sich auf die Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen und verhalf dem Comicheft zum Durchbruch.<ref name="Platthaus5">Andreas Platthaus: ''Im Comic vereint''. S. 65?74, 155?166.</ref>

Durch den Zweiten Weltkrieg kam es besonders in Amerika und Japan zu einer Ideologisierung der Comics. Mit dem Aufschwung der Superheldencomics in den USA kam es vermehrt dazu, dass die Arbeit des Autors und des Zeichners getrennt wurden. Das geschah vor allem, um die Arbeit an den Heften rationell zu gestalten. In Amerika gehörten der Zeichner Jack Kirby und der Autor Stan Lee zu den Künstlern, die das ''Golden Age'' der Superhelden in den Vierziger Jahren und das ''Silver Age'' in den 1960er Jahren prägten. In den 1950ern kam es wegen des Comics Codes zur Schließung vieler kleiner Verlage und Dominanz der Superheldencomics in den USA. Auch in Europa wurde die Arbeitsteilung häufiger.

In der DDR galt der Begriff ''Comic'' als zu westlich. So entstand in der DDR die Idee, in der Tradition von Wilhelm Busch und Heinrich Zille etwas Eigenes zu schaffen, das man dem ?Schund? aus dem Westen entgegensetzen könnte. 1955 erschienen mit ''Atze'' und ''Mosaik'' die ersten Comic-Hefte in der DDR. ''Mosaik'' wurde das Aushängeschild des DDR-Comics.

Während der 1980er Jahre kam es kurzzeitig zu einer Rückkehr der Generalisten, die die Geschichten schrieben und zeichneten. In den 1990er Jahren kehrte man in den USA und Frankreich wieder zu der Aufteilung zurück. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Autoren mehr Aufmerksamkeit genießen und die Zeichner, besonders in Amerika, von diesen Autoren ausgewählt werden. Zugleich entwickelte sich in Amerika seit den Sechziger Jahren der Undergroundcomic um Künstler wie Robert Crumb und Gilbert Shelton, der sich dem Medium als politischem Forum widmete. Einer der bedeutendsten Vertreter ist Art Spiegelman, der in den 1980er Jahren ''Maus ? Die Geschichte eines Überlebenden'' schuf.<ref name="Platthaus6">Andreas Platthaus: ''Im Comic vereint''. S. 137 f., 167?193, 172?176.</ref>

In Japan entwickelte sich der Comic nach dem Zweiten Weltkrieg neu. Der Künstler Osamu Tezuka, der unter anderem ''Astro Boy'' schuf, hatte großen Einfluss auf die Weiterentwicklung des Mangas in der Nachkriegszeit. Der Comic fand in Japan weite Verbreitung in allen Gesellschaftsschichten und erreichte ab den 1960er und 1970er Jahren auch viele weibliche Leser. Auch gab es vermehrt weibliche Zeichner, darunter die Gruppe der 24er. Ab den 1980er Jahren, besonders in den Neunzigern, wurden Mangas auch außerhalb Japans populär, darunter bekannte Reihen wie ''Sailor Moon'' und ''Dragonball''.

Ab den 1990er Jahren gewannen erschien, wird auch das Internet von zahlreichen Comicproduzenten zur Veröffentlichung und Bewerbung ihrer Werke genutzt und dient Comiclesern und Comicschaffenden zum Gedankenaustausch.

Formen des Comics

Comicstrip

Der Comicstrip (vom englischen ''comic strip'', strip = Streifen) umfasst als Begriff sowohl die ''daily strips'' (?Tagesstrips?) als auch die ''Sunday pages'' (?Sonntags-Strips? oder Sonntagsseiten). Der Ursprung von Comicstrips liegt in den amerikanischen Sonntagszeitungen, wo sie zunächst eine ganze Seite füllten. Er ging hervor aus den im Laufe des 19. Jahrhunderts in Zeitungen verbreiteten Bilderfolgen und Karikaturen sowie aus dem älteren Bilderbogen, in denen neben comicähnlichen Metapanelbogen auch Einzelblattbogen und Fortsetzungsbogen zu finden sind, die deutliche Parallelen zu Comics aufweisen und bereits comictypische Topoi vorwegnehmen.

1903 erschien der erste werktägliche ''daily strip'' auf den Sportseiten der ''Chicago American'', ab 1912 wurde zum ersten Mal eine fortlaufende Serie abgedruckt. Der Tagesstrip, der von Anfang an nur auf schwarz-weiß beschränkt war, sollte auch von seinem Platz her sparsam sein. Da er nur eine Leiste umfassen sollte, wurde die Länge auf drei oder vier Bilder beschränkt, die in der Regel mit einer Pointe endeten. Bis heute hat sich erhalten, dass der Comicstrip eine feststehende Länge besitzt, die über eine Längsseite gehen sollte. Häufig werden bestimmte Motive variiert und ihnen dadurch neue Perspektiven abgewonnen. Nur in absoluten Ausnahmefällen ergeben sich längerfristige Veränderungen, meist handelt es sich um die Einführung neuer Nebenfiguren. In der Serie ''Gasoline Alley'' altern die Figuren sogar. Erscheinen die Geschichten täglich, werden sie häufig eingesetzt, um im Laufe einer Woche eine Art Handlungsbogen zu bestimmen, der in der nächsten Woche von einem neuen abgelöst wird.

Deshalb setzte sich vermehrt die Praxis durch, dass die ''Sunday pages'' unabhängig von dem Handlungsbogen funktionieren mussten, da es einerseits einen Leserstamm ausschließlich für die Sonntagszeitungen gab, der die vorhergehenden Geschichten nicht kannte und außerdem die Sonntagsstrips zum Teil separat vertrieben wurden.

Aufgrund der wirtschaftlichen Zwänge beim Druck der Strips gab es während des Zweiten Weltkriegs immer stärkere Einschränkungen der formalen Möglichkeiten. Zudem verloren die Zeitungsstrips wegen der zunehmenden Konkurrenz durch andere Medien an Beliebtheit und Bedeutung. So wurde der Comicstrip seit den 1940er Jahren formal und inhaltlich nur noch wenig verändert. Bedeutende Ausnahmen sind Walt Kellys ''Pogo'', ''Die Peanuts'' von Charles M. Schulz oder Bill Wattersons ''Calvin und Hobbes''. Der, wie ''Pogo'', politische Comicstrip ''Doonesbury'' wurde 1975 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Nach einer inhaltlichen Erweiterung hin zu gesellschaftskritischen Themen und formalen Experimenten in den 1960er Jahren bewegten sich die nachfolgenden Künstler innerhalb der bestehenden Konventionen.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts werden Zeitungsstrips auch gesammelt in Heft- oder Buchausgaben veröffentlicht. Bis 1909 erschienen bereits 70 solcher Nachdrucke.<ref name="knigge110">Knigge: ''Comics'', 1996, S. 110 ff.</ref> Auch heute erscheinen viele aktuelle oder historische Comicstrips nachgedruckt in anderen Formaten.

Heft- und Buchformate

In den 1930er-Jahren etablierte sich der Vertrieb von Comics in den Vereinigten Staaten in Heftform. 1933 veröffentlichte die Eastern Color Printing Company erstmals ein Comicheft in noch heute gebräuchlicher Form, das aus einem Druckbogen auf 16 Seiten gefalzt und gebunden wurde. Die Seitenzahl beträgt entsprechend in der Regel 32, 48 oder 64. Zunächst wurden die Hefte als Werbegeschenk von Firmen für ihre Kunden verbreitet, gefüllt noch mit Sammlungen von Comicstrips. Bald wurden die Hefte als regelmäßige Publikationen von Verlagen auch direkt vertrieben und mit eigenen Produktionen gefüllt. Die Hefte ''Detective Comics'' (1937) und ''Action Comics'' (1938) vom Verlag Detective Comics waren die ersten bedeutenden Vertreter, mit dem Start von ''Action Comics'' war auch der erste Auftritt von ''Superman'' verbunden. Aufgrund des Formates wurden sie in den USA ''Comic Books'' genannt und stellen seit Ende der 1940er Jahre die gängige Vertriebsform in vielen Ländern dar.<ref name="knigge110" /><ref name="glossar">Knigge: ''Comics'', 1996, S. 330 f.</ref>

Nach dem Zweiten Weltkrieg, teilweise schon in den 1930er Jahren, kam das Heftformat nach Europa und fand in Form von Comic-Magazinen wie dem ''Micky-Maus''-Magazin Verbreitung. Das Magazin vereint verschiedene Beiträge unterschiedlicher Autoren und Zeichner, die es häufiger als Fortsetzungen übernimmt, und ergänzt diese unter Umständen um redaktionelle Beiträge. Zu unterscheiden sind Magazine wie das an Jugendliche gerichtete ''Yps'', in dem importierte Reihen wie ''Lucky Luke'' und ''Asterix und Obelix'' neben deutschen Beiträgen zu finden sind und deren Aufmachung Heftcharakter besitzt, von den an Erwachsene gerichteten Sammlungen wie ''Schwermetall'' oder ''U-Comix''. Zu den bedeutendsten Magazinen des Frankobelgischen Comics zählen ''Spirou'' (seit 1938), ''Tintin'' (1946?1988) und ''Pilote'' (1959?1989).

''Fix und Foxi'' von Rolf Kauka, eine der erfolgreichsten Comic-Serien aus deutscher Produktion, erschien ab 1953 als Comic-Magazin. Sie besitzt inzwischen allerdings keine große wirtschaftliche Relevanz mehr. Im Osten Deutschlands wurden die eigenen Comiczeitschriften, zur Unterscheidung von westlichen Comics, als ''Bilderzeitschriften'' bzw. ''Bildergeschichten'' bezeichnet. Besonders prägte das ''Mosaik'' mit seinen lustigen unpolitischen Abenteuergeschichten die dortige Comiclandschaft. Das ''Mosaik'' von Hannes Hegen mit Digedags wurde 1955 in Ost-Berlin gegründet. Später wurde die Comiczeitschrift mit den Abrafaxen fortgeführt. Das ''Mosaik'' erscheint noch immer als monatliches Heft mit einer Auflage von etwa 100.000 Exemplaren im Jahr 2009, wie sie keine andere Zeitschrift mit deutschen Comics erreicht. Mittlerweile existieren kaum noch erfolgreiche Magazine in Deutschland und Comics werden vornehmlich in Buch- und Albenformaten veröffentlicht.

In Japan erschien 1947 mit '''', hatte eine Auflage von 6 Mio. pro Woche. Seit Mitte der 1990er Jahre sind die Verkaufszahlen rückläufig.

Neben den Comic-Heften setzten sich auch das Album und das Taschenbuch durch. Comicalben erschienen in Frankreich und Belgien ab den 1930er Jahren. In ihnen werden die in Magazinen veröffentlichten Comics gesammelt und als abgeschlossene Geschichte abgedruckt. Ihr Umfang beträgt, bedingt durch die Verwendung 16-fach bedruckter Bögen, in der Regel 48 oder 64 Seiten. Im Gegensatz zu Heften sind sie wie Bücher gebunden, von diesen heben sie sich durch ihr Format, meist DIN A4 oder größer, ab. Sie sind insbesondere in Europa verbreitet.<ref name="glossar" /> Seit es weniger Comic-Magazine gibt, erscheinen Comics in Europa meist ohne Vorabdruck direkt als Album. Bekannte in Albenform erschienene Comics sind ''Tim und Struppi'' oder ''Yakari''. In den 1950er- und 1960er-Jahren brachte der Walter Lehning Verlag das aus Italien stammende Piccolo-Format nach Deutschland. Die mit 20 Pfennig günstigen Hefte wurden mit den Comics Hansrudi Wäschers erfolgreich verkauft und prägten den damaligen deutschen Comic.

Comic-Publikationen in Buchformaten entstanden in den 1960er Jahren und kamen mit den Veröffentlichungen des Verlags Eric Losfeld auch nach Deutschland. Die 1967 gestarteten ''Lustigen Taschenbücher'' erscheinen noch heute. Ab den 1970er Jahren wurden bei den Verlagen Ehapa und Condor auch Superhelden im Taschenbuchformat etabliert, darunter ''Superman'' und ''Spider-Man''. Dazu kamen in diesem Format humoristische Serien, wie etwa ''Hägar''. In Japan etablierte sich, als Gegenstück zum europäischen Album, das Buch für zusammenfassende Veröffentlichung von Serien. Die entstandenen Tank?bon-Formate setzten sich in den 1990er Jahren auch im Westen für die Veröffentlichung von Mangas durch. Mit Hugo Pratt in Europa sowie Will Eisner in den USA entstanden ab den 1970ern erstmals Geschichten als Graphic Novel, die unabhängig von festen Formaten, in ähnlicher Weise wie Romane veröffentlicht wurden. Der Begriff ?Graphic Novel? selbst wurde aber zunächst nur von Eisner verwendet und setzte sich erst deutlich später durch. Die zunehmende Zahl von Graphic Novels wird üblicherweise in Hard- oder Softcover-Buchausgaben herausgebracht. Auch ursprünglich in Einzelheften erschienene Comicserien, wie ''From Hell'' oder ''Watchmen'', werden, in Buchform gesammelt, als Graphic Novels bezeichnet.

Entstehung von Comics

Techniken

Die meisten Comics wurden und werden mit Techniken der s.

Bestimmend für die Wahl der Technik war oft, dass die Bilder mit Druckverfahren vervielfältigt werden. Daher dominieren Werke mit Grafiken, die aus festen Linien bestehen. Für farbige Bilder werden in der Regel im Druck Flächenfarben oder Rasterfarben des Vierfarbdrucks ergänzt. Durch die Verbreitung von Scanner und Computer zur Vervielfältigung sowie dem Internet als Verbreitungsweg sind die Möglichkeiten der Zeichner, andere Mittel und Techniken zu nutzen und zu entwickeln, deutlich gewachsen.<ref name="comicsmachen5" />

Künstler und Produktionsabläufe

In Amerika und Europa traten in der Comicbranche lange Zeit fast ausschließlich weiße, heterosexuelle Männer in Erscheinung. Jedoch war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts über die meisten Künstler nur wenig bekannt. Angehörige von Minderheiten konnten so Vorurteilen entgehen. Frauen und gesellschaftliche Minderheiten traten erst ab den 1970er Jahren vermehrt als Autoren und Zeichner in Erscheinung. Dies ging häufig einher mit der Gründung von eigenen Organisationen, wie der ''Wimmen?s Comicx Collective'' oder dem Verlag ''Afrocentric'' in den Vereinigten Staaten.<ref name="erfinden4" />

Bis ins 19. Jahrhundert wurden Comics und Bildergeschichten fast ausschließlich von einzelnen Künstlern allein angefertigt. Durch die Veröffentlichung der Comics in Zeitungen und zuvor bereits in ähnlichen Massenprintmedien waren die Künstler im 19. immer öfter für einen Verlag tätig. Ihr Produkt war dennoch individuell und Serien wurden eingestellt, wenn der Künstler sie nicht selbst fortsetzte. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts kam es häufiger zu Kooperationen von Zeichnern und Autoren, die gemeinsam im Auftrag eines Verlags an einer Serie arbeiteten. Zunehmend wurden Serien auch mit anderen Künstlern fortgesetzt. In großen Verlagen wie ''Marvel Comics'' oder unter den Herausgebern der Disney-Comics haben sich so Stilvorgaben durchgesetzt, die ein einheitliches Erscheinungsbild von Serien ermöglichen sollen, auch wenn die Beteiligten ausgewechselt werden. Dennoch gibt es auch in diesem Umfeld Künstler, die mit ihrem Stil auffallen und prägen. Im Gegensatz dazu entwickelten sich auch Comic-Studios, die selbstständiger von Verlagen sind. Teilweise werden diese von einem einzelnen Künstler dominiert oder bestehen schlicht zur Unterstützung des Schaffens eines Künstlers.<ref name="grunewald5">Grünewald, 2000, Kap.5.</ref> Eine solche Konstellation findet sich beispielsweise bei Hergé und ist in Japan weit verbreitet. In Anlehnung an den von den Regisseuren der Nouvelle Vague geprägten Begriff des Autorenfilms entstand auch der Begriff des ''Autorencomic'', der im Gegensatz zu den arbeitsteilig entstehenden konventionellen Mainstream-Comics nicht als Auftragsarbeit, sondern als Ausdruck einer persönlichen künstlerischen und literarischen Handschrift, die sich kontinuierlich durch das gesamte Werk eines Autors zieht, entsteht.
  • Bernd Dolle-Weinkauff: ''Comics. Geschichte einer populären Literaturform in Deutschland seit 1945.'' Beltz-Verlag, Weinheim 1990, ISBN 3-407-56521-6.
  • Will Eisner: ''Comics & Sequential Art. Principles & Practice of the World?s Most Popular Art Form!'' Poorhouse Press, Tamarac FL 1985, ISBN 0-9614728-1-2.
  • Wolfgang J. Fuchs, Reinhold C. Reitberger: ''Comics. Anatomie eines Massenmediums.'' (39.?43. Tausend). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1977, ISBN 3-499-11594-8.
  • Dietrich Grünewald: ''Comics''. Niemeyer Verlag, Tübingen 2000, ISBN 3-484-37108-0.
  • Harald Havas, Gerhard Habarta (Hrsg.): ''Comic Welten. Geschichte und Struktur der neunten Kunst.'' Edition Comic Forum 1992, ISBN 3-900390-61-4.
  • e.V. ICOM, Stuttgart (erscheint seit 2000 jährlich),
  • Alex Jakubowski (Autor), Sandra Mann (Fotos): ''Die Kunst des Comic-Sammelns'', edition Lammerhuber, Baden, Juni 2015, ISBN 978-3-901753-80-0. ? 15 Comicsammler aus Deutschland, Mallorca, Österreich geben Einblick in ihre Schätze.
  • Andreas C. Knigge: ''Alles über Comics.'' Europa Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3-203-79115-3.
  • Andreas C. Knigge: ''Comics. Vom Massenblatt ins multimediale Abenteuer.'' Rowohlt, Reinbek 1996, ISBN 3-499-16519-8.
  • Scott McCloud: ''Comics richtig lesen. (Die unsichtbare Kunst).'' 5. Auflage, veränderte Neuausgabe. Carlsen, Hamburg 2001, ISBN 3-551-74817-9.
  • Eckart Sackmann (Hrsg.): ''Deutsche Comicforschung.'' comicplus+, Hildesheim und Leipzig 2004?2014 (erscheint jährlich),
  • Achim Schnurrer, Riccardo Rinaldi: ''Die Kunst der Comics.'' Edition Aleph, Heroldsbach 1985, ISBN 3-923102-05-4.

Weblinks

Einzelnachweise